Donnerstag, 6. Oktober 2016

Was der Euro und Miley Cyrus gemeinsam haben

Mit der europäischen Währung verhält es sich wie mit Miley Cyrus. Wenn sie in die Schlagzeilen gerät, wird es meist extrem peinlich. Dazwischen läuft es aber ganz ordentlich. Miley ist bestimmt nicht die beste Sängerin der Welt, macht aber grundsoliden Pop.

Ebenso ist der Euro ein ziemlich gutes Geld mit niedrigem Kaufkraftschwund und großem Binnenmarkt, in dem er als Tauschmittel und Wertaufbewahrungsmittel fungiert. Das Ganze erstaunlich reibungslos.

Nur erscheint der Euro eben vor allem dann in den Medien, wenn der Devisenkurs wegrauscht oder er als Reservewährung scheinbar "völlig in der Bedeutungslosigkeit versinkt". Das ist so wie Mileys heraushängende Zunge während der MTV Video Music Awards. Fremdschämen garantiert.

So sorgte vor ein paar Monaten die Meldung für Aufsehen, dass der Euro-Anteil an den globalen Währungsreserven erstmals auf unter 20 Prozent gefallen sei. Untergang des Abendlands, Sektion Europa West? Nicht ganz.



Kurzer Abstecher unter die 20-Prozent-Marke
Quelle: IWF COFER

Seither hat sich die Nachfrage nach Euro als Reservewährung über der 20-Prozent-Marke stabilisiert. Allerdings redet und schreibt niemand darüber. Ebenso wenig darüber, dass das europäische Geld weit, weit von der Parität entfernt ist, auf die es nach Ansicht berühmter Investmentbanken längst geiersturzflugmäßig hätte abschmieren müssen.


Fast wie zu Zeiten von Bretton Woods: Seit Monaten handelt der D-Mark-Nachfolger zum Dollar in einer engen Bandbreite
Quelle: Bloomberg

Zuletzt kostete ein Euro rund 1,12 Dollar, in etwa genau so viel wie im März oder im Mai oder im Juli. Überhaupt bewegen sich die Europa-Devise und der Greenback seit Monaten auffällig im Gleichklang. Das sieht fast aus wie ein neues inoffizielles Bretton Woods.

Die einzige Währung, die derzeit rasant der Parität entgegentaumelt, ist das Britische Pfund. Das könnte dank hard Brexit nämlich bald nur noch einen Euro wert sein

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Teuer, aber gut

58 Euro oder 2 Euro für die Stunde Maschinenteile zusammensetzen... So unterschiedlich sind die Arbeitskosten in den Volkswirtschaften Europas. Und so unterschiedlich erfolgreich sind die Volkswirtschaften.

Die Schweiz ist der mit Abstand teuerste Produktionsstandort des Kontinents: 60 Minuten Industriearbeit schlagen in der Eidgenossenschaft mit umgerechnet 58 Euro zu Buche. Das teuerste Land der Währungsunion ist Belgien. Eine Stunde Maloche kostet hier 43 Euro.

Deutschland ist der sechstteuerste Produktionsstandort des Kontinents und der zweitteuerste der Eurozone. 41 Euro beträgt der Preis der Arbeit bei uns, gut 3 Euro mehr als in Frankreich. Unter den großen Ökonomien ist keine kostspieliger als die Bundesrepublik.

Zumindest gilt das, wenn man den Westen des Landes als Maßstab nimmt. Von Mecklenburg-Vorpommern bis Sachsen sind die Arbeitskosten um einiges niedriger: Im Schnitt kostet die Arbeitsstunde im Osten nur 26,26 Euro.


Arbeitskosten in Euro pro Stunde 2015
Quelle: IW Köln


Damit ist Industrieproduktion in den neuen Ländern billiger als in Italien, wo 28 Euro pro Stunde anfallen, aber nicht so billig wie in Portugal, dort sind es niedrige 11 Euro. Der alleinige Blick auf die Arbeitskosten führt allerdings nicht weit.

So finden sich die billigsten Fabriken Europas in der Ukraine. Ein Stunde Arbeit kostet in dem großen osteuropäischen Land nur 1,78 Euro, nicht einmal ein Zweiunddreißigstel dessen, was Bosse in der Schweiz berappen müssen!

Selbst in Rumänien ist die Produktion mehr als doppelt so teuer wie in der früheren Sowjetrepublik.

Trotz dieser Kostendiskrepanz sind die eidgenössischen Unternehmen auf den Weltmärkten weitaus erfolgreicher als die ukrainischen oder die rumänischen. Oder als die portugiesischen.


Das sind die billigsten Produktionsstandorte. Ganz am Ende die Ukraine mit weniger als zwei Euro je Stunde
Quelle: IW Köln

Man erkennt: Wettbewerbsfähigkeit ist nicht von (niedrigen) Arbeitskosten abhängig. Vielmehr folgen die Arbeitskosten dem wirtschaftlichen Erfolg, der sich seinerseits aus Produktivität und stabilen Handelsbeziehungen ergibt




Freitag, 30. September 2016

Das verkannte deutsche Jobwunder

Würde Angela Merkel für das Amt des US-Präsidenten kandidieren, wäre ihr Wahlkampf-Team vermutlich vor allem auf eines aus: eine historische Leistung hervorzuheben, die in der jüngeren Geschichte Deutschlands einmalig ist.

In "Muttis" Amtszeit sind in Deutschland fast vier Millionen Jobs entstanden! Auf amerikanische Verhältnisse hochgerechnet wären das 15 Millionen.

Seitdem die CDU-Politikerin am 22. November 2005 zum ersten Mal im Bundestag die Hand zum Amtseid als Kanzlerin hob, hat sich die Zahl der Erwerbstätigen von 39,7 Millionen auf 43,6 Millionen erhöht.

Ein derartiger Beschäftigungsboom sucht in der deutschen Nachkriegsgeschichte seines Gleichen. Die einzige Parallele, die ich gefunden habe, ist die Wirtschaftswunderzeit der Fünfziger- und Sechzigerjahre.


Erwerbstätige sind sozialversicherungspflichtige Beschäftigte, Beamte, Selbstständige und mithelfende Familienmitglieder
Quelle: Statistisches Bundesamt


Natürlich ist Angela Merkel nicht persönlich für das Jobwunder verantwortlich, ebenso wenig wie Konrad Adenauer der alleinige Vater des Wirtschaftswunders war.

Doch das Anwachsen der Erwerbstätigkeit auf einen Rekordwert bei gleichzeitigem Rückgang der Arbeitslosenquote von elf auf 5,9 Prozent (September 2016) ist alles andere als eine schlechte Bilanz. Nicht zuletzt im Osten hat sich die Lage gebessert.

Dort ist die Arbeitslosenrate zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung unter acht Prozent gefallen.

Der Einwand, dass es sich nur um Minijobber oder Niedriglöhner handle, lässt sich leicht entkräften.
Auch wenn die Situation zwischen Ostsee und Erzgebirge schwieriger ist als im Westen, sind die meisten neu geschaffenen Stellen reguläre Arbeitsverhältnisse.

Der Anteil der geringfügig Beschäftigten geht zurück (was nicht heißt, dass die Löhne überall West-Niveau hätten):


Quelle: Bundesagentur für Arbeit (BA)

Bundesweit lässt sich die gleiche Tendenz geobachten:


Zuletzt waren fünf Millionen von 31,2 Millionen Arbeitnehmern ausschließlich geringfügig beschäftigt,
ein Anteil von 15,9 Prozent!
Quelle: Bundesagentur für Arbeit (BA)


Der Vergleich mit anderen Euroland-Volkswirtschaften zeigt, wie außergewöhnlich der Aufbau von Beschäftigung in Deutschland ist. In keinem anderen Staat der Währungsunion sind so viele Jobs entstanden wie bei uns. In Frankreich (das ökonomisch stärker ist, als es viele wahrhaben oder wahrnehmen wollen) waren es 1,4 Millionen: eine Zuname von sechs Prozent seit 2005.

Diesseits des Rheins ist die Erwerbstätigkeit um mehr als das Doppelte, nämlich um 13 Prozent gewachsen!


Entwicklung der Beschäftigung seit 2005
Quelle: IWF WEO

Dennoch fürchten sich die Bundesbürger vor der Zukunft. Die Unzufriedenheit nicht zuletzt mit der Bundeskanzlerin ist groß. In einer Zeit des wachsenden Wohlstands und der Veränderung zum Guten findet sich Deutschland in einem Zustand der Verunsicherung und geistigen Erschütterung wieder. Und hier gibt es eine Parallele zur Kaiserzeit.

Im Kaiserreich gab es Arbeit für viele, die Reallöhne legten zu und doch sah sich dieses Land bedroht und von Feinden umzingelt.

Mögen wir nicht die gleichen Fehler machen!

Montag, 26. September 2016

Keine Rente ohne Dividente

Das englische Wort "income" hat eine schöne Doppelbedeutung. Es steht nicht nur für Einkommen, sondern auch für Dividende. Und tatsächlich ist die Dividende zu einem wichtigen Bestandteil des Zusatz-Einkommens geworden. Kapitalerträge? Ja, bitte!

Da der Zins seinen Dienst wohl auch künftig versagt (in Europa ist weit und breit kein Grund für steigende Sätze auszumachen), werden die Ausschüttungen einen immer wichtigeren Teil des Einkommensstroms bilden, vor allem in der Rente.

Aktien sind der heimliche heilige Gral der privaten Vorsorge. Und im Gegenteil zu Zinspapieren können Dividendenpapiere im Lauf der Jahre sogar noch rentabler, hochprozentiger werden.

Nachdem drei Viertel des Geschäftsjahres um sind, erlauben die Analysten-Schätzungen einen einigermaßen realistischen Ausblick auf das Dividendenjahr 2017. Ich persönlich würde die Erwartungen etwas nach unten schrauben, aber die Branchenexperten können auf starke deutsche Exportzahlen und einen bombastischen Ifo-Index vom September verweisen.


Erhöhung der Ausschüttung im Jahr 2017 nach Schätzungen von Herbst 2016
Quelle: Commerzbank

Demnach werden 23 der 30 Dax-Konzerne ihre Ausschüttung 2017 anheben, sechs Firmen werden sie auf dem aktuellen Niveau halten und ein Unglücklicher wird sie senken.

Die größte Steigerung gibt es bei Adidas, dem Comeback-Kid des Jahres, und bei ThyssenKrupp. Beide ihre Dividende den Prognosen zufolge um ein Drittel verbessern.

Auf Basis der jetzigen Kurse wird der Sportartikler 2017 eine Dividendenrendite von 1,3 Prozent abwerfen, der Stahl- und Technologiekonzern eine von 0,9 Prozent.

Höhere Renditen gibt es bei Vonovia. Das Immobilienunternehmen kann seine Ausschüttung im kommenden Jahr aller Voraussicht nach um 18 Prozent auf 1,11 Euro erhöhen.

Da läuft auf eine kommode Dividendenrendite von 3,2 Prozent hinaus.

Zweistellige Steigerungen erwarten die Analytiker auch bei HeidelbergCement, Merck KGaA, Continental, Deutsche Post, ProSiebenSat.1, Fresenius Medical Care (FMC) und Infineon. Der nicht gewichtete Dax-Dividenden-Durchschnitt liegt auf Basis der aktuellen Kurse bei 2,7 Prozent.


Dividendenrenditen der Firmen mit Dividendensteigerungen von 2016 auf 2017
Quelle: Commerzbank

Dividendenprotze im Dax bleiben jedoch die Versicherer Allianz und Munich Re sowie Daimler, die es alle auf eine Rendite von fünf Prozent oder mehr bringen. Neu dazugestellt hat sich der TV-Konzern ProSiebenSat.1, der gemessen an der jetzigen Börsennotiz mit einer Ausschüttung von mehr als fünf Prozent lockt.

BMW soll den Schätzungen zufolge 4,4 Prozent zahlen, die BASF vier Prozent und die Deutsche Telekom 3,9  Prozent, Möge die Weltkonjunktur mit uns sein! Und die Fed ebenfalls!

Ach ja, der Unglücksrabe des Kapitalismus, der seinen Aktionären als einziger überhaupt nichts ausschüttet, ist und bleibt die Deutsche Bank



Verlässliche Dividendenzahler mit Renditen über drei Prozent
Quelle: Commerzbank



Samstag, 24. September 2016

Jobmotor Einzelhandel

Einzelhandelskauffrau und Einzelhandelskaufmann ist der beliebteste Ausbildungsberuf in Deutschland. Nicht ohne Grund. Den Schreckensnachrichten von Karstadt über Schlecker bis hin zu Kaiser's Tengelmann zum Trotz war die Branche in den letzten Jahren ein wahrer Jobmotor.


Quelle: Bundesagentur für Arbeit


Die Zahl der Beschäftigten im Einzelhandel ist von 2008 bis 2015 um insgesamt 312.000 Stellen gewachsen. Das entspricht einer Zunahme um 15,3 Prozent. Die Gesamtbeschäftigung in Deutschland hat sich im gleichen Zeitraum um 13,4 Prozent erhöht. Das heißt, dass in Kaufhäusern, Boutiquen, Geschäften und Läden aller Art mehr Jobs entstanden sind als im Durchschnitt des Arbeitsmarkts. Konsum boomt.

Zuletzt waren im deutschen Einzelhandel rund 2,4 Millionen Menschen beschäftigt. Damit betrug ihr Anteil an den Beschäftigten insgesamt 7,5 Prozent. 

Auch die Qualität der Arbeit hat sich gebessert. Der Anteil der geringfügig Beschäftigten war mit 919.000 im Einzelhandel sehr hoch. Allerdings ist die Quote der Minijobber an den Arbeitnehmern in der Branche in den vergangenen sieben Jahren beinahe kontinuierlich zurückgegangen. Zuletzt betrug der Anteil 39 Prozent. Das ist immer noch viel, aber im Jahr 2008 waren es noch 46 Prozent.




Quelle: Bundesagentur für Arbeit


Interessant ist folgendes Faktum: Die absolute Zahl der geringfügig Beschäftigten im Einzelhandel ist heute niedriger als vor sieben Jahren. Das heißt, dass unter dem Strich vor allem reguläre Jobs entstanden sind.

Im Sommer 2016 suchten in Deutschland 311.000 Menschen mit einem Handel- oder Verkaufsberuf einen Job. Darunter waren mehr als zwei Drittel, nämlich 210.000 Arbeitssuchende, Frauen.

Das Monatseinkommen von Verkäuferinnen und Verkäufern im Einzelhandel mit einer 37,5-Stunden-Woche und dreijähriger Ausbildung liegt laut Tarifabschluss NRW bei 1900 bis 2423 Euro. Allerdings unterliegen nur 35 Prozent der Beschäftigten einer Tarifbindung, im Westen sind es 38 Prozent und im Osten Deutschlands sogar nur 19 Prozent.


Der Eindruck, dass der Einzelhandel von Frauen dominiert wird, ist nicht ganz verkehrt. Ihr Anteil an den geringfügig Beschäftigten lag zuletzt bei 71 Prozent, allerdings waren es vor einigen Jahren noch mehr als drei Viertel.

Insgesamt sind 70 Prozent der Beschäftigten im Einzelhandel Frauen

Dienstag, 20. September 2016

Managergehälter im Höhenflug

Die Einkommenschere in Deutschland geht nicht weiter auseinander... So waberte letztens eine Meldung des Statischen Bundesamts durch die Medien. Die Auswertung der Wiesbadener zeigte, dass die Gehälter am oberen Ende der Einkommensskala in den vergangenen Jahren weniger schnell gewachsen als am unteren Ende. Allerdings kamen die Statistiker auch nicht umhin festzustellen:

Der Abstand der Besserverdiener zur Mitte der Lohnskala (...) ist von 2010 bis 2014 leicht gestiegen. Damit dauert die langjährige Entwicklung an: Die Besserverdiener setzen sich von der Mitte ab. 

Dabei ist Deutschland nicht einmal das extremste Beispiel. Neue Zahlen der Personalberatung Korn Ferry erlauben jetzt einen internationalen Vergleich. Demnach zieht der Verdienst von Managern den Mittelschicht-Gehältern vor allem in der englischsprachigen Welt davon, am krassesten in den USA. Dort konnten die Führungskräfte ihre Einkommen verbessern, während die Löhne von Geringverdienern beträchtlich unter Druck gerieten.

Als Erklärung führen Ökonomen an, dass Arbeitnehmer mit simplen Tätigkeiten viel massiver der Konkurrenz durch die Automatisierung ausgesetzt sind als Hochqualifizierte.


Entwicklung der Realeinkommen 2008-2016: Führungskräfte (grün), Helfer, einfache Sachbearbeiter (blau)
Quelle: Korn Ferry

Ein von der Tendenz ähnliches Bild wie in Amerika bietet sich im Vereinigten Königreich. Nach den Angaben der Personalberatung setzten sich die Führungskräfte mit 1,7 Prozent Zuwachs weiter von der Mittelschicht ab, während Helfer und einfache Sachbearbeiter real fast drei Prozent ihrer Kaufkraft verloren.

Es war nicht überall so. In Frankreich sind die Manager-Gehälter seit 2008 mit einem realen Plus von 4,7 Prozent weniger kräftig gestiegen als die mittleren Einkommen mit 5,8 Prozent und die Geringverdiener-Einkommen mit 5,1 Prozent.

So drastisch unterscheidet sich die Einkommensentwicklung von Land zu Land. Globalisierung ist überall anders.

Übrigens, ab einem Bruttostundenlohn von 31 Euro zählt man in Deutschland zu den Besserverdienern. Wer 9,10 Euro oder weniger die Stunde bekommt, ist per Definition Geringverdiener. Dazwischen liegt der Mittelstand

Montag, 19. September 2016

Dieser Graph erklärt den Brexit

Ist Großbritannien eigentlich ein Euro-Krisenland? Den Eindruck könnte man gewinnen, wenn man sich die Reallohnentwicklung auf der Insel anschaut.

Die Inflation eingerechnet hat sich das durchschnittliche Einkommen seit der Finanzkrise in keiner anderen EU-Volkswirtschaft so schlecht entwickelt wie im Vereinigten Königreich!

Nur in den ehemaligen Bubble-Ökonomien Zypern und Griechenland war die Entwicklung noch schlimmer. Spanier und Portugiesen konnten ihre Realeinkommen dagegen steigern - freilich vorausgesetzt sie haben einen Job.

Warum schneidet das Land so schlecht ab, wo es doch eine eigene Währung hat? Nun, nicht zuletzt wegen der Bank von England und ihrer ultraexpansiven Geldpolitik. Der Kaufkraftverlust des Pfundes hat die mageren Lohn- und Gehaltssteigerungen aufgefressen.

Die Arbeitnehmer wiederum hatten offenbar keine Verhandlungsmacht, mit besseren Abschlüssen gegenzuhalten.

Die Preise sind die Einkommen davon geeilt, viel stärker als im Rest der Europäischen Union und in der Währungsunion.


Reallohnentwicklung in Prozent 2008-2015
Quelle: Eurostat, Eurofound


Noch beunruhigender: Die Einkommensverteilung in Großbritannien ist bekannt ungleich, mit der Tendenz zur zunehmenden Spreizung. Man muss also annehmen, dass die unteren Lohnschichten ungleich mehr verloren haben als die oberen. Vielleicht zehn Prozent real?

Das macht die Frustration vieler Engländer vor allem außerhalb der Londoner City verständlich.

Die Balken der Reallohn-Entwicklung erklären das Brexit-Votum mehr als jeder Ärger über vermeintliche Brüsseler-Bürokratie.

Alles eine Frage der Kanalisierung von Frust