Sonntag, 11. Februar 2018

Starker Euro macht Urlaub billig

Für deutsche Urlauber wird der Urlaub im Ausland 2018 billiger. Was umgekehrt bedeutet, dass Deutschland als Reiseland teurer wird.

Zwei Faktoren kommen in diesem Jahr zusammen: Zum einen hat der Euro zu wichtigen Währungen wie dem US-Dollar, dem japanischen Yen und dem Pfund Sterling an den Devisenmärkten stark zugelegt. Zum anderen ist das Preis- und Lohnniveau in der Bundesrepublik schneller gestiegen als in beliebten Urlaubszielen der Deutschen. So wird man im Verhältnis zu den Nachbarn reicher, kaufkräftiger.

In den USA hat ein "deutscher Euro" heute eine Kaufkraft von 97 Prozent, dort kann man also Waren und Dienstleistungen erwerben, die zu Hause 0,97 Euro wert sind, vor einem Jahr waren es allerdings erst 0,88 Euro. Der Trend weist weiter nach oben. 

Besonders niedrig ist das Preisniveau in der Türkei und Polen, sodass sich dort eine hohe Kaufkraft ergibt. Die populären west- und südeuropäischen Destinationen Griechenland, Portugal und Spanien sind wieder deutlich günstiger als vor zehn Jahren, also zur Zeit der Eurobubble.

So viel ist unser Geld in einzelnen Ländern wert: 



Im Osten des Kontinents, aber auch im Süden ist das Leben billiger
Quelle: OECD, Bloomberg

Eine Ausnahme stellt Italien dar. Trotz all seiner wirtschaftlichen Probleme ist das schöne Land im Süden als Urlaubsziel für deutsche Touristen in den zurückliegenden Jahren kaum nennenswert günstiger geworden. Immerhin ist das Preisniveau statistisch etwas niedriger als in der Heimat. Frankreich hingegen bleibt im Schnitt etwas teurer (aktuell 0,97 Euro, wie die USA).


Das sind die teuersten Urlaubsländer 2018
Quelle: OECD


Weiter grandios überteuert sind Island und die Schweiz. Zwar sind die Zeiten vorbei, in denen Reisende aus der Bundesrepublik in der Eidgenossenschaft kaum mehr als die Hälfte ihrer heimischen Kaufkraft hatten (so war es 2015), doch weiterhin kauft ein Euro in Zürich deutlich weniger als drei Viertel dessen, was er zu Hause in den Einkaufskorb packt

Mittwoch, 31. Januar 2018

Ohne Zuwanderer läuft es nicht mehr

Die neuen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit enthalten ein hoch interessantes Detail. Im Jahr 2017 sind fast 50 Prozent aller neu geschaffenen Stellen in Deutschland von Ausländern besetzt worden.


Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Quelle: Bundesagentur für Arbeit

So hoch war der Anteil noch nie, und das zeigt, wie sehr die deutsche Wirtschaft auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen ist. In der Bundesrepublik arbeiten jetzt 538.000 Türken, 401.000 Polen, 312.000 Rumänen und 256.000 Italiener in regulären Jobs, um nur die größten Bevölkerungsgruppen zu nennen.


Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Insgesamt haben 3,7 Millionen Zuwanderer eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Europas größter Volkswirtschaft. Das sind elf Prozent aller Beschäftigten und entspricht damit ziemlich genau dem Ausländeranteil an der Bevölkerung.

Um die Daten in Relation zu setzen: Die Zahl der Stellen, für die sich deutsche Bewerber fanden, erhöhte sich 2017 trotz Jobboom nur noch um ein Prozent


Dienstag, 30. Januar 2018

Wie stabil ist die Ausschüttung?

Die Dividende gilt als Pfeiler des Vermögensaufbaus, die wegen ihrer Verlässlichkeit auch in schwierigen Zeiten stützend wirkt, nicht zuletzt mental. Doch wie stabil ist die Dividende wirklich? Die Antwort fällt - zumindest für Deutschland - eher gemischt aus.

Was einzelne Aktien anbelangt, kann die Ausschüttung sehr stabil sein. Beispiel Siemens: Die Münchner zahlen seit dem Jahr 1952 ununterbrochen Dividende und konnten den ausgeschütteten Betrag pro Anteilschein in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppeln (von 1,60 Euro auf zuletzt 3,70 Euro), und das ohne die Ausschüttungsquote überzustrapazieren.

Dieses Jahr schüttet der Technologiekonzern 49 Prozent des Nachsteuerergebnisses aus, nach 52 Prozent im Jahr 2017, angesichts der Ertragslage vertretbare Werte.


Tadellose Dividendenhistorie
Quelle: Unternehmensangaben


Diese Stabilität lässt sich für den Dax als Ganzes leider nicht konstatieren. Die wichtigsten deutschen Unternehmen haben ihre Dividenden in den letzten Jahren zwar tendenziell ebenfalls erhöhen können, allerdings mit einigen bemerkenswerten Rückschlägen.



Quelle: Commerzbank

Insgesamt kehren die 30 Dax-Unternehmen 2018 rund 35,3 Milliarden Euro an ihre Aktionäre aus, 24 von 30 Firmen werden die Dividende dieses Jahr anheben, wenn man den Prognosen glaubt. Die insgesamt ausgeschüttete Summe mehr als doppelt so hoch, wie sie es Anfang des Jahrhunderts war, genaugenommen 123 Prozent höher: auf den ersten Blick eine recht stattliche Bilanz, vor allem wenn man bedenkt, dass das hiesige Bruttoinlandsprodukt in der gleichen Zeit "nur" um 48 Prozent zugenommen hat.

Ich füge hinzu, dass sich das deutsche BIP auf die Güter und Dienstleistungen bezieht, die in der Bundesrepublik erstellt werden, während sich die Dividenden aus den Gewinnen international tätiger Unternehmen speisen, eben auch aus dem Geschäft in China oder den USA, insofern ist die Wirtschaftsleistung von Deutschland kein perfekter Vergleichsmaßstab, dennoch vermittelt er einen Eindruck davon, dass die Entwicklung ganz ordentlich ist.

Und doch lässt sich ein Schönheitsfehler nicht übersehen: Seit der Jahrtausendwende gab es nicht weniger als acht Jahre, in denen das Gesamtvolumen der Dax-Ausschüttungen schrumpfte. Negative Vorzeichen prägten die Jahre 2002 und 2003, sowie natürlich 2009 und 2010, aber auch 2014 und 2016.

In einem Drittel aller Fälle bekamen Dax-Investoren weniger Ausschüttung als im Vorjahr. Den heftigsten Einbruch verzeichnete das Jahr 2002, als es um über ein Viertel nach unten ging, aber auch das 18,1-Prozent-Minus von 2009 war nicht gerade ein Pappenstiel. Ein Grund für den Mangel an Konstanz im Dax war die Implosion der einst wichtigen Versorger-Dividenden, deren altes Geschäftsmodell sich durch die Energiewende nahezu auflöste.

Auch die Banken lieferten alles andere als kontinuierliche Erträge, der Finanzkrise sei Dank, die im deutschen Geldgewerbe einfach nicht enden will. 


Abschreckende Beispiele: Negative Dividendendynamik bei den Versorgern...

... und bei großen Geldhäusern
Quelle: Bloomberg

Man mag einwenden, dass Euro-Schuldenkrise, Energiewende oder Dieselgate extreme Dividenden-dämpfende Sondereffekte waren, die sich nicht wiederholen werden und dass die Dax-Ausschüttungen künftig weniger schwanken werden.

Mag sein, mag nicht sein. Das konjunkturabhängige und politisch zuweilen erratische Deutschland und der hohe zyklische Anteil im Leitindex lassen mich zögern, eine solche Prognose abzugeben.

Kurzum, die Dividenden sind relativ stabil, denn sie fielen in ihrer Gesamtheit nie so stark wie die Kurse (bis zu 40 Prozent innerhalb eines Jahres), eine absolute Sicherheit bieten sie keineswegs - auch nicht in der Hinsicht, dass das einmal erreichte Niveau praktisch garantiert und eingeloggt ist.

Siemens und eine Handvoll anderen Dax-Aktien bilden eine löbliche Ausnahme.


Die Dividendenrendite scheint im Vergleich zu Anleihenrenditen auch 2018 attraktiv
Quelle: Bloomberg, eigene Recherche

Freitag, 26. Januar 2018

Aufstieg und Fall der großen Mächte

Wenn Historiker in 100 Jahren auf unsere Zeit zurückblicken, werden sie im Staatsgefüge eine große Veränderung als epochal identifizieren - den Aufstieg Chinas. Die wirtschaftliche Entwicklung der Volksrepublik ist so bemerkenswert, dass man sie sich immer wieder in Erinnerung rufen muss.

Das ist der game changer im 21. Jahrhundert.

Binnen einer Generation hat es das Reich der Mitte geschafft, von einem Land der Dritten Welt zur zweitgrößten Wirtschaftsmacht auf dem Planeten aufzusteigen. Misst man China daran, wie viele Güter und Dienstleistungen seine Einwohner im Land konsumieren können, ist die Volksrepublik schon heute die Nummer eins - vor den USA.



Blickt man nicht auf die offiziellen Wechselkurse, sondern auf die Kaufkraft, ist die Milliardennation China bereits die Nummer eins. Was für eine historische Leistung!
Quelle: IWF WEO Oktober 2017

Auf seinem Weg nach oben hat China nicht nur Amerika hinter sich gelassen, sondern auch Europa. Noch zur Jahrtausendwende war die Kaufkraft von Deutschen und Franzosen zusammengenommen der Kaufkraft der Chinesen ebenbürtig, heute liegt sie nur mehr bei einem Drittel.


Deutschland und Frankreich, die Kernländer der EU, erwirtschaften rund sechs Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts 
IWF WEO Oktober 2017

Wie groß die Leistung Pekings ist, sieht am aber vor allem im Vergleich mit zwei alten geopolitischen Rivalen: England, das Mutterland der Industrialisierung und jene imperiale Macht, die das Reich der Mitte einst unterwarf und teils kolonisierte (Hongkong), steht heute nur noch für zwei Prozent der kaufkraftbereinigten Wirtschaftsleistung auf dem Globus.

Verglichen mit dem Reich der Mitte nimmt sich das Vereinigte Königreich heute ökonomisch wie ein Zwerg aus.



Noch einem Vierteljahrhundert war die russische Wirtschaft stärker als die chinesische
Quelle: IWF WEO Oktober 2017

Und auch das gewaltige Russland, flächenmäßig so groß wie ein ganzer Planet, kann nicht mit dem alten kommunistischen Rivalen mithalten. Immerhin zeigt der Kaufkraftvergleich aber, dass die Russen weiter eine Macht sind, mit der man rechnen muss.

Mittwoch, 24. Januar 2018

Von Sammlern und Jägern

Steinzeitliche Prägungen wirken bis zum heurigen Menschen fort. Auch unter Anlegern gibt es Jäger und Sammler. Zu den Sammlern gehören auf jeden Fall die Dividendenkassierer. Sie zielen darauf ab, in schöner regelmäßig zu ernten, Erträge zu pflücken. Im Laufe des Jahres füllt sich das Körbchen, langsam, aber - relativ - sicher.

Zu den Jägern gehören dagegen viele Goldkäufer, auch wenn sie sich dessen manchmal gar nicht bewusst sind. Jeder, der Edelmetall als Investment betrachtet, ist im Grunde ein kleiner Spekulant... im ursprünglichen Sinne des Wortes: Er "sieht" etwas, das in der Zukunft passieren wird. Und vom Eintreten dieses Ereignisses ("The biggest crash ever, The meltdown to end all meltdowns") hängt seine Rendite ab, und sei sie als Werterhalt definiert.

Wer keinen elektrotechnischen Betrieb leitet, wer kein Juwelier, Designer oder Zahntechniker ist, hat im Grunde wenig Anlass, Gold zu kaufen. Das liegt nicht nur daran, dass das Metall bekanntermaßen "keine Zinsen abwirft", sondern dass es auch nur unter sehr speziellen Bedingungen anhaltende Preissteigerungen erzielt.

In den vergangenen fünf Jahren gab es keine Anlässe für einen Sprung der Notierungen. Weder die "rotierenden Notenpressen", noch geopolitische Konflikte um Syrien, die Ukraine oder Nordkorea konnten den Preis über das Niveau hinaus hieven, das er vorher erreicht hatte.

Bis heute markieren die 1900 Dollar vom September 2011 das historische Hoch des Goldkurses.

Dass Gold nicht nachhaltig auf Militärkonflikte und Kriege reagiert, habe ich bereits an anderer Stelle gezeigt, doch selbst die Geldflut, die die Bewertungen (fast) aller anderen Assetklassen aufblähte, hat der Feinunze an den Devisenmärkten nicht auf die Sprünge gehholfen.

Woran das liegt, ist etwas schwieriger zu erklären. Ein wichtiger Aspekt dürfte das Ausbleiben der befürchteten generellen Inflation sein, vor allem in Form einer Lohn-Preis-Spirale. Wie könnte es eine Lohn-Preis-Spirale in einer Zeitalter geben, in der (zu teure) menschliche Arbeitskraft durch Maschinen und KI ersetzt wird und die Macht der Gewerkschaften schwindet?


Goldpreis in Dollar je Feinunze (31,1 Gramm)
Quelle: Bloomberg
Ein zweiter Grund für die maue Wertentwicklung scheint der Siegeszug der Kryptowährungen zu sein: Viele junge Menschen, die dem Geldsystem misstrauen, fühlen sich heute eher durch Bitcoin, Ether, Ripple, Cardano angezogen als durch Element 79. Gold hat faszinierende physische Eigenschaften, Bitcoin & Co. auf ihre Weise aber auch. Crypts are awesome! 

Der Hauptgrund ist jedoch das Fehlen von schweren Finanzturbulenzen. Vertrauens- und Schuldenkrisen, Inflationssprüngen, vor allem aber Bankenpleiten. Von alledem ist momentan nichts zu sehen. Das spricht nicht prinzipiell gegen Investments in Gold, das immerhin eine alternative Anlageklasse ist, die wenig mit dem Aktienmarkt korreliert, und Regulierung hat sicherlich nicht alle Gefahren beseitigt, dafür aber neue geschaffen.
Nur brauchen Edelmetallkäufer eben Geduld.

Wie viel Geduld, zeigt ein Blick in die Geschichte.

Anleger müssen sich bewusst sein, dass lange Seitwärts- und  auch Abwärtsphasen am Goldmarkt nichts Seltenes sind. In den Achtzigerjahren verzeichnete der in Dollar notierte Unzenpreis fünf Minus-Jahre in Folge, in den Neunzigern gab es weitere fünf Jahre, in denen sich das Edelmetall verbilligte oder preislich stagnierte, eben weil das Ausbleiben von Bankenkrisen Gold - scheinbar - uninteressant machte.


Quelle: Bloomberg, eigene Recherche


Trotz der Preis-Erholung des Jahres 2017 hat Gold in Euro gerechnet den gleichen Wert wie vor einem Jahr ... und vor drei Jahren ... und vor ungefähr sechs Jahren. Seither heißt es: Außer Spesen nichts gewesen. Aber so ist das nun mal mit spekulativen Positionen.


Quelle: FRED St. Louis Fed, eigene Berechnungen

Echten Goldkäfern bleibt ein Trost: Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird Edelmetall nie ganz wertlos werden. Das eingesetzte Kapital wird sich nicht völlig in Luft auflösen, wie es manchem Bank-, Hightech- und Biotech-Aktionär schon widerfahren ist.

Und wie es mancher Coiner ebenfalls noch erleben wird

Samstag, 20. Januar 2018

So viel Rendite machen die Superreichen

Donald Trump tut reichen Menschen gut. Seit der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten, selbst ein Superreicher, am 20. Januar 2017 konnten die wohlhabendsten Menschen der Welt ihr Vermögen im Schnitt um knapp ein Drittel mehren (31,9 Prozent) mehren.

Die Jahresperformance muss man erst einmal schaffen!


Nicht nur Technologie-Barone: Wertveränderung der großen Vermögen innerhalb der letzten zwölf Monate
Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen

Den größten absoluten Vermögenszuwachs schaffte Amazon-Gründer und -Großaktionär Jeff Besos, der heute auf dem Papier 39 Milliarden Dollar reicher ist als damals. Mit einem net worth von 109 Milliarden Dollar thront Besos heute als König der Reichen über allen. Manche Journalisten-Kollegen sehen ihn dank Amazonisierung des Alltags gar auf dem Weg zur Weltherrschaft.

Microsoft-Gründer Bill Gates rangiert in der Reichen-Liste jetzt nur noch an zweiter Stelle. Sein monetärer Schatz wuchs nur um knapp drei Prozent, während es Besos schaffte, um 56 Prozent zuzulegen, was auch prozentual das größte Plus ist.

Den märchenhaften Reichtumszuwachs hat Besos der märchenhaften Rallye der Amazon-Aktie zu verdanken, die vor einem Jahr noch bei 800 Dollar notierte und heute für fast 1300 Dollar gehandelt wird - wow - allerdings bei einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von deutlich über 300.

Gleichwohl ist Tech-Rallye des Jahres 2017 nur ein Teil der Erklärung für die Vermögensexplosion an der Spitze. Auch Old-Economy-Unternehmer wie Alice und Rob Walton (Wal-Mart) oder Ingvar Kamprad (IKEA) schnitten mit mehr als 40 Prozent plus extrem gut ab.

Value-Mann Warren Buffett, Nummer drei der Weltrangliste, brachte es auf ein Plus von 27 Prozent. Buffett ist und bleibt das Vorbild, an dem sich alle Investoren messen lassen müssen.


Jeff Besos auf dem Weg zur Weltherrschaft? An die Spitze der Reichenliste hat er es schon geschafft
Quelle: Bloomberg, eigene Recherche


Unter den reichsten zehn befinden sich Anfang 2018 sechs US-Amerikaner, ein Mexikaner und drei Europäer.

Der Franzose Bernard Arnault schafft das nach Bezos prozentual größte Plus. Sein Vermögen erhöhte sich um 55 Prozent. Allerdings ist dafür auch die Aufwertung des Euro verantwortlich, die europäische Vermögenswerte in Dollar verteuert, zum Beispiel sein Imperium um die Luxusmarke Louis Vuitton.

Und da sind wir wieder bei Donald Trump. Der mag noch so oft "America First!" fordern, die Politik des Tycoons schwächt den Dollar und lässt die Europäer im Vergleich zu den Amerikanern zumindest rechnerisch reicher werden

Mittwoch, 17. Januar 2018

Branchenprima? Nur nicht für Aktionäre

Auf alle, die frustriert sind über die Wertentwicklung der Deutsche-Bank-Aktie, wird diese Info vermutlich nicht gerade stimmungsaufhellende Wirkung haben:

Trotz ihrer grandios schlechten Börsenentwicklung produziert die Deutsche von allen deutschen Kreditinstituten die mit Abstand meisten Einkommensmillionäre. Vermutlich gibt es kein zweites Unternehmen im Dax, das so viele Siebensteller auf seiner Gehaltsliste hat.

Wie aus einer Auswertung von Finanz-Szene hervorgeht, bekommen beim größten Geldhaus unseres Landes nicht weniger als 316 Mitarbeiter ein Gehalt von mindestens einer Million Euro. Nicht in der Zahl enthalten sind die vier Einkommensmillionäre der Deutsche-Bank-Tochter Postbank.

Selbst ohne die Postbank mitzuzählen, hatte die Deutsche Bank 300 (!) Einkommensmillionäre mehr als das nächste Finanzinstitut in der Liste, die DZ Bank. Bei der DZ Bank kassieren 16 Angestellte ein Millionengehalt. Bei der Nummer drei, der Commerzbank, sind es vermutlich nur zehn.

Die Daten beziehen sich auf das Jahr 2016 und basieren laut Finanz-Szene auf einer Auswertung von Geschäftsberichten.


Mit Leidenschaft nach unten. Im Jahr der 316 DeuBa-Millionengehälter verloren DeuBa-Aktionäre 23 Prozent
Quelle: www.boerse.de


Das Jahr, in dem die Deutsche Bank 316 Millioneneinkommen zahlte, war übrigens das Jahr, in dem die Deutsche-Bank-Aktie ein Minus von 23 Prozent machte. In jenem Jahr schrumpfte das Eigenkapital des Geldhauses von 62,7 auf 59,8 Milliarden Euro.



Quelle: Bloomberg, Unternehmensangaben

Von der Nicht-Dividende ganz zu schweigen. Aber für die Top-Banker war genug da, vermutlich um die high potentials zu binden. Nicht auszudenken, wie gut die Deutsche Bank abgeschnitten hätte, wenn es ihr gelungen wäre, 600 oder 6000 Einkommensmillionäre zu beschäftigen!

Ironie off