Samstag, 10. Januar 2015

Nike bringt Schuhe aus "Zurück in die Zukunft". Und Adidas?

Die Börse ist manchmal ungerecht, ja geradezu gemein. Wer hätte es für möglich gehalten, dass der deutsche Sportartikler Adidas in dem Jahr, da die deutsche Nationalmannschaft die Fußball-Weltmeisterschaft gewinnt, die schlechteste Dax-Aktie wird?

Adidas ist Ausstatter der DFB-Elf und somit des Siegerteams, aber an der Börse wurde die Aktie in den Boden gestampft. Rund 40 Prozent ging es in zwölf Monaten nach unten.

Die Traditionsfirma aus dem fränkischen Herzogenaurach leidet wie kaum ein anderes großes deutsches Unternehmen unter dem schwachen Geschäft in Russland, wo viele Adidas für eine heimische Marke halten.

Belastet haben Adidas auch die Währungsturbulenzen in anderen Schwellenländern. Vor allem aber bekommen die Deutschen zu spüren, wie es ist, mit einem Gegner konfrontiert zu sein, der über weitaus größerer Ressourcen verfügt: Nike, die Supermacht des Lifestyle, jagt Adidas Marktanteile ab, zuletzt auch verstärkt im europäischen Heimatmarkt.


Für eine Fuball-Aktie war 2014 ein gutes Jahr: Nike. Das Nike-Papier hat in den vergangenen zwölf Monaten in Euro gerechnet 45 Prozent zugelegt, mehr als der MSCI World. Die Adidas-Aktie war Schlusslicht im Dax - Quelle: Bloomberg

Die Konkurrenz aus Amerika (Börsenwert in Euro: 56,1 Milliarden) setzt den Franken (Börsenwert 11,9 Milliarden) auf allen Ebenen zu: Obwohl die USA nicht gerade das Mutterland des Fußballs sind, stattete Nike bei der WM in Brasilien schon mehr Mannschaften aus als Adi Dasslers Gründung.

Die Amerikaner konnten ihren Gewinn je Aktie im zurückliegenden Geschäftsjahr 2013/14 um zehn Prozent steigern. Bei Adidas ging der Ertrag nach aktuellen Schätzungen 2014 um 23 Prozent zurück.

Dass Nike derzeit cooler ist als Adidas zeigt auch diese Meldung: Die US-Firma will dieses Jahr Powerlaschen, die vollautomatischen Sneaker aus dem Film "Zurück in die Zukunft II" (1989), auf den Markt bringen.
Wie bei Marty McFly im futuristisch-imaginierten 2015 schließen sich die Schuhe von selbst. Keine Schnürsenkel und kein Klettverschluss mehr! Sehr innovativ, und für Leute wie mich genau das Richtige. Wenn's nur ein Marketinggag ist, dann ein gelungener.

Einräumen muss man freilich, dass Darth Vader dem Vernehmen nach Adidas trägt.

Was derzeit gegen Nike spricht, ist die recht ambitionierte Bewertung: Ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von 32 und ein Kurs/Buchwert-Verhältnis von 7,2 verträgt nicht allzu viele Enttäuschungen. Allerdings muss auch Adidas erst beweisen, dass es die Erwartung eines wieder steigenden Gewinns 2015 erfüllen kann.
Auf die nächsten Quartalsberichte dürfen wir gespannt sein

Bei der Dividende schneidet Adidas übrigens besser ab: geschätzt 2,4 Prozent verglichen mit ein Prozent bei Nike



Quelle: eigene Recherche



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