Freitag, 4. September 2015

One chart to explain it all (almost)

Gold investors have had a hard time since fall 2011 when the gold price reached its historical high of $1900. Why is that? And when will the good times for bullion be back? One chart gives answers. 


Wiener Philharmoniker Goldmünzen
Foto: Daniel Eckert


Der 5. September 2011 ist ein Tag voller schlimmer Nachrichten aus den Kriegs- und Krisengebieten der Welt. Mehr Tote im libyschen Bürgerkrieg, Angriff der Türkei auf eine PKK-Stellung im Nordirak. Hungersnot in Somalia.

Barack Obama startet an jenem Montag seine Kampagne, um als Präsident der USA wiedergewählt zu werden. Und im deutschen Radio trällert unentwegt Tim Bendzko's "Nur noch kurz die Welt retten".

An den Rohstoffmärkten ist der 5. September 2011 der Tag, an dem der Goldpreis sein historisches Hoch markiert. Mehr als 1900 Dollar kostet die Feinunze zum Handelsende. Einmalig. Auf diesem Niveau wird das gelbe Metall nie mehr schließen.


Quelle: Bloomberg


Vier Jahre später reiben sich viele verwundert die Augen. Wie kann es sein, dass der Unzenpreis heute fast 800 Dollar niedriger steht? Obwohl die Probleme der Weltwirtschaft kaum kleiner geworden sind? Von neuen geopolitischen Konflikten und Spannungen im Finanzsystem zu schweigen.

Die metaphorischen Gelddruckmaschinen rotieren mit ungebremstem Tempo. Kaum weniger schnell als 2011. Wo die Amerikaner ihre Anleihenkäufe zurückgefahren haben, haben die Europäer und die Japaner aufgestockt. Wenn es schon die größte Vermögenspreisblase der Geschichte ist, warum ist Gold dann nicht (mehr) Teil dieser Blase? 

Ein Chart erklärt, warum Gold-Investments in den letzten vier Jahren einen Großteil ihres Glanzes verloren haben. Damals, im September 2011, warfen US-Staatsanleihen zwei Prozent Zins ab. Die Inflationsrate lag aber bei hohen vier Prozent. Realer Wertverlust des Rentiers: zwei Prozent!

In einem solchen Umfeld tut Gold, was es tun soll: Die Kaufkraft erhalten.

Seither ist die statistische Teuerungsrate deutlich zurückgegangen, in Amerika wie in Europa betrug sie zuletzt nur noch 0,2 Prozent. Die Verzinsung von Staatsanleihen aber ist in den USA ungefähr so hoch wie im September 2011: 2,2 Prozent. Das bedeutet zwei Prozent Realrendite!



Quelle: Bloomberg


Zwei Prozent ist historisch gesehen ein passabler Wert, zumal in einer Welt der niedrigen Zinsen. Die seit 2011 kontinuierlich steigende reale Rendite erklärt, warum der unverzinste "Rohstoff" Gold als Investment  unattraktiv geworden ist und der Unzenpreis sich nach dem Edelmetall-Crash von 2013 nie mehr richtig erholen konnte.



Quelle: Bloomberg, eigene Recherche


Die zwei Prozent Realverzinsung in todsicheren US-Staatsanleihen erklären aber auch, warum der Dollar an den Devisenmärkten gefragt ist. Und warum es amerikanische Aktien zuletzt so schwer hatten.

Politische Krisen hin oder her: Der Goldpreis wird erst dann wieder anziehen, wenn die reale Rendite in der führenden Wirtschafts- und Finanzmacht USA unter Druck kommt, sei es dass die Verzinsung sinkt oder die Inflation anzieht.

It's the real yield, stupid!

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