Dienstag, 20. September 2016

Managergehälter im Höhenflug

Die Einkommenschere in Deutschland geht nicht weiter auseinander... So waberte letztens eine Meldung des Statischen Bundesamts durch die Medien. Die Auswertung der Wiesbadener zeigte, dass die Gehälter am oberen Ende der Einkommensskala in den vergangenen Jahren weniger schnell gewachsen als am unteren Ende. Allerdings kamen die Statistiker auch nicht umhin festzustellen:

Der Abstand der Besserverdiener zur Mitte der Lohnskala (...) ist von 2010 bis 2014 leicht gestiegen. Damit dauert die langjährige Entwicklung an: Die Besserverdiener setzen sich von der Mitte ab. 

Dabei ist Deutschland nicht einmal das extremste Beispiel. Neue Zahlen der Personalberatung Korn Ferry erlauben jetzt einen internationalen Vergleich. Demnach zieht der Verdienst von Managern den Mittelschicht-Gehältern vor allem in der englischsprachigen Welt davon, am krassesten in den USA. Dort konnten die Führungskräfte ihre Einkommen verbessern, während die Löhne von Geringverdienern beträchtlich unter Druck gerieten.

Als Erklärung führen Ökonomen an, dass Arbeitnehmer mit simplen Tätigkeiten viel massiver der Konkurrenz durch die Automatisierung ausgesetzt sind als Hochqualifizierte.


Entwicklung der Realeinkommen 2008-2016: Führungskräfte (grün), Helfer, einfache Sachbearbeiter (blau)
Quelle: Korn Ferry

Ein von der Tendenz ähnliches Bild wie in Amerika bietet sich im Vereinigten Königreich. Nach den Angaben der Personalberatung setzten sich die Führungskräfte mit 1,7 Prozent Zuwachs weiter von der Mittelschicht ab, während Helfer und einfache Sachbearbeiter real fast drei Prozent ihrer Kaufkraft verloren.

Es war nicht überall so. In Frankreich sind die Manager-Gehälter seit 2008 mit einem realen Plus von 4,7 Prozent weniger kräftig gestiegen als die mittleren Einkommen mit 5,8 Prozent und die Geringverdiener-Einkommen mit 5,1 Prozent.

So drastisch unterscheidet sich die Einkommensentwicklung von Land zu Land. Globalisierung ist überall anders.

Übrigens, ab einem Bruttostundenlohn von 31 Euro zählt man in Deutschland zu den Besserverdienern. Wer 9,10 Euro oder weniger die Stunde bekommt, ist per Definition Geringverdiener. Dazwischen liegt der Mittelstand

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